Dringender Anruf von einem Kind oder Freund*in?
„Ich habe eine Nachricht von „meiner Tochter“ erhalten. Sie sagte, sie habe ihr Telefon verloren und schreibe mir nun von dem Telefon einer Freundin. Sie klang so gestresst. Sie bat mich, CHF 200 an ein Konto zu senden, damit sie Zugang zu etwas Geld hätte und die Situation klären könnte.
„Ich hatte so ein schlechtes Gefühl, dass ich es sofort getan habe. 10 Minuten später rief mich meine tatsächliche Tochter von ihrem echten Telefon an. Mir wurde klar, dass ich gerade CHF 200 an eine fremde Person geschickt hatte.
Zusammenfassung
Diese Situation beginnt in der Regel mit einer Nachricht von einer unbekannten Telefonnummer oder über soziale Medien. Die Betrüger*in gibt sich als geliebte Person oder enge Freund*in aus und schildert eine dringende finanzielle Krise, die angeblich nicht gelöst werden kann, weil sie keinen Zugang zu ihrem Gerät oder Geld hat.
Sie könnten behaupten, sie hätten eine überfällige Rechnung, die innerhalb der nächsten Stunde bezahlt werden muss, oder sie seien gestrandet und bräuchten Geld für eine Notfallreise. Sie verlassen sich darauf, dass du aus Panik und nicht aus Logik handelst. Sie werden dich bitten, Gelder auf ein Freund*in angebliches Konto zu überweisen, das tatsächlich einem*einer Betrüger*in gehört.
Der Betrug wird in der Regel erst Stunden später entdeckt, wenn du dich endlich mit deinem tatsächlichen Verwandten auf seinem ursprünglichen, funktionierenden Telefon unterhältst. Zu diesem Zeitpunkt wurde das gestohlene Geld bereits von dem Empfängerkonto abgehoben.
Häufige Warnsignale
- Anfragen nach Geheimhaltung und Schnelligkeit: Die Betrüger*in besteht darauf, dass die Situation dringend ist und du das Geld sofort auf ein neues oder unbekanntes Konto überweisen musst. Du solltest dir immer einen Moment Zeit nehmen, um die Geschichte zu überprüfen, bevor du eine finanzielle Überweisung vornimmst.
- Ablehnung von Sprachanrufen: Wenn eine Person behauptet, sie könne nur Nachrichten senden, weil ihr „Mikrofon kaputt“ ist, solltest du dies als ernste Warnung betrachten. In einer echten Notfallsituation wird eine nahestehende Person fast immer einen Weg finden, dich ihre Stimme hören zu lassen.
- Herausforderung mit einer persönlichen Frage: Wenn du die Person nicht telefonisch erreichen kannst, antworte auf die Nachricht oder rufe mit einer Frage an, die nur die echte geliebte Person beantworten könnte. Betrüger*innen, die nur ein Konto gehackt haben, werden diese Prüfung in der Regel nicht bestehen.
Bewährte Sicherheitspraktiken
- Verifiziere den Notfall über einen anderen Kanal: Wenn du über SMS oder eine Nachricht in den sozialen Medien eine dringende Bitte um Geld von einem Familienmitglied erhältst, versuche sofort, dich über eine bekannte, unabhängige Methode mit dieser Person in Verbindung zu setzen. Rufe sie zum Beispiel auf ihrer offiziellen Mobiltelefonnummer an oder sprich mit einem anderen nahen Familienmitglied.
- Überweise niemals auf ein unbekanntes Konto: Überweise kein Geld, keine RevPoints oder Kryptowährungen auf ein neues Konto oder an neue Kontodaten, die in einer unaufgeforderten Nachricht angegeben sind. Legitime Familienmitglieder werden dich in der Regel nicht bitten, nicht erstattungsfähige Methoden für eine Notfallzahlung zu verwenden.
- Sichere das kompromittierte Konto: Wenn du bestätigst, dass die Nachricht betrügerisch ist, kontaktiere sofort die Plattform des sozialen Mediums oder den Mobilfunkanbieter. Melde das Profil und sichere das kompromittierte Konto, um zu verhindern, dass der oder die Betrüger*in andere unter der Identität deines oder deiner Angehörigen ins Visier nimmt.